... äh... die solltet ihr kennen <.< Sorry, das ist keine Review für Leute die das noch nicht kennen, das ist eher was für Leute DIE DIE SERIE SCHON GESEHEN HABEN ^^ Ich Spoiler hier also wer es noch nicht gesehen hat und es sich nicht verderben will: Schaut es, kommt wieder und dann sagt was ihr davon haltet ^^
Zombie Serien sind für mich selten etwas gutes. Naiv dachte ich damals Highschool of the Dead würde Japans neuer, kreativer Twist zu amerikanischen Zombieserien werden... ähm ja falsch gedacht ^^ Doch Zombies sind ja dennoch in Japans Zeichentrickwelt verblieben, mal mit besseren (School Live!), mal mit schlechteren Ergebnissen (Is this a Zombie?).
Doch hier war ich auch überrascht: Zom 100 ist eine seltsam leichtherzige Serie die immer mal wieder mit dem morbiden Ton verstört, ich meine welcher Protagonist reagier auf die Apokalypse mit einem Jubelschrei? ^^;
Doch ähm ja: Hauptfigur Akira lebte drei Jahre lang WIE ein Zombie in einem grauenhaften Arbeiterbetrieb und so ist diese Serie für mich schon fast eine Slice of Life Parabel... gefüllt mit reichlich Zombie-life ^^ Fairerweise ist es ja stellenweise wirklich eine Frage des Blickwinkels: Das Normale Leben ist für immer vorbei, aber das heißt ja nicht das sowas NUR negative Aspekte hat. Klar wird das innerhalb der Serie etwas naiver und heiterer dargestellt als es eigentlich ist (ich mag das die Zombies "bunt" bluten) aber im Kern ist das hier weniger eine Zombie Serie als eine Lebens-bejahende Serie seine Zeit sinnvoll zu nutzen... ohne die äußeren Einflüsse da allzu sehr zu berücksichtigen.
Mir gefällt es das man im Szenario der Zombiehölle dennoch immer wieder "alltägliche" Situationen schafft, wenn natürlich auch abgewandelt: Als Akira und sein Freund einige Überlebende im Supermarkt finden und ausharren müssen sieht der Held das rosarot als ein Gruppendate.
Vielleicht war die Szene auch etwas zu holperig (Wobei -Zwei die sich seit 15 Minuten kennen haben Sex- in Zombiefilmen nicht wirklich seltsam ist) aber es gab dann immerhin wieder einen Kinnladen Moment als die sämtlichen "NICHT PLOTT-ARMOR" geschützten Charaktere brutal draufgingen ^^; Doch auch abseits der "Die Untoten wollen mein Fleisch fressen"-Gefahr werden hier noch diverse "harte" Themen angesprochen, die beste Episode war für mich wohl die um psychologischen Missbrauch.
Akira trifft seinen alten Vorarbeiter wieder und degeneriert sofort wieder zum verzagten, kleinlauten Fußabtreter, und ich fand es schön das seine Begleiterin Shizuka es nochmal klar auf den Punkt bringt: Es geht nicht darum wer du JETZT bist, es geht darum was diese Person für dich bedeutet. Ich wäre wohl nicht so fasziniert von der Doppelepisode gewesen würde ich das nicht kennen: Bestimmte Menschen üben Macht über uns aus, in einem psychologischen Sinne, sei es ein Chef, ein Verwandter, ein Lehrer etc. wir fallen dann automatisch in alte Muster zurück. Shizukas Flashback zu ihrem (typisch Anime-Arschloch) Vater war da natürlich auch nettes Charakterdevelopment.
Es war auch schön wie wundervoll fies Akiras alter Chef ihn manipulieren konnte: "Hey, er meine es doch nur gut mit dir, Strenge Liebe" und dieser ganze Mist der wirklich im echten Leben ziehen kann, das hat es nur umso besser gemacht als die Situation sich wendet. Japanisch-Typisch wird der Kerl auch nicht von seinen Opfern in Stücke gerissen, sondern alle verbeugen sich und murmeln "Danke für ihre Hilfe, aber ich gehe" da merkt man wieder die Mentalität des Landes XD
Mir fällt gerade ein das ich noch nicht wirklich etwas zu Akiras Freunden geschrieben habe. Äh: Sie sind da..... und so wirklich mehr kann ich über sie nicht sagen. Keiner von ihnen nervt, aber irgendwie sind sie doch arge "One Note" Figuren: Schönling Ken'ichirou macht sich immer nackig (Haha, nach dem 100sten mal immer noch kaum lustig), Beatrix ist äh....deutsch und ha dicke Glocken? Wirklich denkwürdig(?) und Shizuka ist die Love-Interest.
Shizuka bekommt am Anfang noch ein wenig Tiefe da sie die Apokalypse (zugegeben berechtigt) Todernst nimmt und in bester Profi-Manier ihre Schritte, Vorräte und Pläne ausbalanciert. Wobei hier natürlich eher die Slice of Life Parabel hervorgehoben wird: Was bringt es dir zu überleben... wenn du "nur" lebst? Was bringt es denn 100 Tage lang zu Leben dank Protein-Riegel wenn man sich niemals ein süßes Muffin gönnen kann? Wobei das schnell unter den Tisch fällt und sie dann irgendwann mit dem Helden in einer heißen Quelle landet, weil... naja, typisch Anime halt ^^;
Das Staffelfinale war auch voll mit menschlichen Problemen und es war eine nette Idee eine "düstere" Version des Heldenquartetts zu kreieren: Menschen die auch die Chancen nutzen wollen die die Apokalypse bietet... nur eben in aggressiven und destruktiven Wegen. Und Hey, Jeder von uns hätte mal gerne ungestraft randaliert oder in der Öffentlichkeit nen Sechserpack Bier ausgesoffen und ähnlichen Mist, also ist es nicht vollkommen abstrakt.
Alle vier "Bösewichte" waren auch vollkommen nachvollziehbar: Eine frustrierte Frau die rechthaberisch und dabei ziemlich verbittert durch das Leben geht, der Kerl gefangen in einer unglücklichen Ehe, der dicke Bursche der seine Jobs nicht ernst nimmt und keinerlei Schuldempfinden besitzt und der "Neet" der sozial gescheitert ist, alles Figuren die es auch im echten Leben gibt. Das das alles mit Akiras Eltern noch verbunden wurde war recht unterhaltsam, ich meine auch hier ist der Slice of Life Aspekt da: Wir werden erwachsen, und wir bemerken das unsere Eltern, Menschen die wir als "Gegeben" gesehen haben plötzlich älter und sterblicher werden, da möchte man natürlich nochmal mit dem Vater einen saufen oder Mamma beim Abwasch helfen, das ist ziemlich menschlich finde ich ^^
Das der Vater am Ende "nur" Hämorriden hatte? War wohl ausnahmsweise eine spaßige Note ^^
Japp, die Mitstreiter sind bisher etwas eindimensional und der Ton der Serie schwankt manchmal innerhalb von einer Minute, doch das mein kleines Genörgel über eine ziemlich gute Serie. Zom 100 schafft es für mich mit dem Bild der Zombieapokalypse seltsamerweise ziemlich gut Lebensweisheiten über das Berufsleben und das Erwachsenwerden zu erzählen, und ich glaube das ist für eine Zombieserie schon ziemlich viel wert.
Oder denkt ihr nicht?
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