Ich war mal wieder im JRPG Fieber und diesmal war es ein Werk aus...Kanada? Okay? Sea of Stars ist ein Werk das sich deutlich an dem besten Spiel aller Zeiten orientiert: Chrono Trigger! Aber ist es auch so gut?
Die grobe Geschichte des Spiels ist eigentlich recht simpel: Wir schlüpfen in die Rolle von Zale und Valere, zwei Kinder die tatsächlich als Mond- und Sonnenkind ohne Eltern auf die Welt kamen und deren Schicksal es ist gegen das Böse auf der Welt, in dem Fall die "Eremiten" zu kämpfen. Die ersten 90 Minuten des Spiels beginnen wir also sozusagen in der frühen Kindheit der beiden Auserwählten und ihrer Ausbildung.
Es gibt hier übrigens keine Sprachausgabe, aber dafür deutsche Texte. Schnell sind die Jahre vorbei und unsere Reise über die Welt in bester JRPG (oder KRPG in dem Fall) Manier beginnt. Wir latschen also Genre-Typisch über Wiesen, durch Minen und diverse Festungen und kämpfen immer rundenbasiert gegen Gegner die man in den jeweiligen Gebieten auch sieht, wer solche Games wie Chrono Trigger oder Chained Echoes kennt weiß was ich meine ^^
Das Kampfsystem ist eigentlich ganz spaßig, Sonderattacken haben meistens ein Timing Element das nicht ganz einfach zu meistern ist aber den Kampf etwas abwechslungsreich gestaltet, und die normalen Kämpfe dauern nie mehr als 2-3 Minuten. Der Schwierigkeitsgrad ist hier auch einstellbar und auf "Einfach" bin ich im gesamten Spiel nie gestorben ^^
Ich gebe sofort zu das ich den Ton des Spiels eher seicht fand: Wir kämpfen immer mit maximal drei Figuren, können sie aber jederzeit durchwechseln und werden mit den beiden Helden insgesamt vier aktive Begleiter einsammeln, natürlich jeder mit eigenen Spezialfähigkeiten.
Doch die Charaktere sind eher Stereotyp: Zale und Valere sind schlicht herzensgute Helden mit großen Idealen, ihr bester Freund der typisch gutgelaunte, staunende Normalo, wir haben eine ernste Ninja und das sind alles keine nervigen Figuren, aber auch nix was man nicht aus 100 anderen Spielen dieser Art besser kennen würde, es war auch schade das keinerlei Romantik zwischen den beiden Auserwählten aufkommt.
Die Musik war okay, aber die gesamte Inszenierung hat irgendwo nix denkwürdiges: Es gibt sogar eine Handvoll netter animierter Zwischensequenzen, aber ich bin mir sicher das ich in vier Wochen keine größeren Erinnerungen an die Story haben werde, dafür gab es zu wenige Twists und zu altbekannte Bösewichte.
Wie sieht es denn mit Nebenquests auf? Ratet mal: Angeln! Japp, es ist scheinbar eine Art Gesetz geworden das man in solchen Spielen immer angeln darf, was aber für mich wenig interessant war. Auch das Zahnrad-Brettspiel war für mich etwas zu träge, auch wenn die Idee immerhin kreativ war.
Es gibt auf der Weltkarte (die man gegen Ende natürlich recht mühelos erkunden darf) auch noch einige geheimen Ecken aber ich gebe zu: Nachdem ich nach 25 Stunden Gesamtspielzeit den Abspann sah hatte ich wenig Lust noch den geheimen Endboss zu suchen, besondere Dungeons zu finden oder ähnliches zu erkunden, dafür ist die Welt ein wenig zu typisch und nicht so wirklich spannend. Damit war ich übrigens nicht der Einzige wenn ich mir so die Steam Trophäen ansah ^^;
So werde ich wohl für immer denken. Gut. Nicht großartig, nicht Grauenhaft, nicht nervig, einfach "ok" bis "ja nett" weil es immer auch kleine nette Rätselelemente gab: Einige diverse Werkzeuge nutzen, oder mal simple aber nie nervige Puzzles zu lösen um weiterzukommen.
Das Inventar Management ist auch nie allzu komplex und neue Waffen/Rüstungen findet man eigentlich immer im nächsten Ort zu dem uns die Geschichte führt, sagt zu Sea of Stars was ihr wollt aber im Gegensatz zu manchen Final Fantasys oder Tales of-Spiele hatte ich HIER nie Probleme zu wissen wo es nun weitergeht.
Toll sind übrigens die Bosskämpfe die immer recht kreativ und übergroß inszeniert sind, auch wenn es selten größere Taktiken gab als "Hau feste druff" gab es schöne Abwechslung zwischen Seemonstern, mächtigen Maschinen oder Dämonen-Quartetts.
Vielleicht lag es auch daran das ich auf "leicht" spielte aber das Aufleveln war für mich auch nie ein Problem: Folgt einfach der Hauptgeschichte, und absolviert jeden kleinen Zwischenkampf (denen man fairerweise eh nur selten ausweichen kann) und man hat eigentlich niemals den Bedarf zu Grinden oder fühlt sich als müsste man "arbeiten".
Ansonsten gibt's am Ende wie erwähnt noch ein "Level Plus" Part wo man vor den Endkampf zurückgesetzt wird und noch diverse Nebenaufgaben, geheime Bosse und sonstiges absolvieren kann.
Sea of Stars hätte noch soviel mehr sein können. Gab es denkwürdige Momente wie bei Chrono Trigger? Naja, vielleicht so 1 bis 2, aber nur mit viel Großzügigkeit. Gab es tolle Ideen wie Mechas bei Chained Echoes? Eher nicht so, irgendwie kopiert dieses Spiel (sehr gut) bekannte Kollegen, kann aber wenig neues auf den Tisch bringen. Wer damit leben kann der hat hier ein frustfreies, spaßiges und unterhaltsames Game für Fans des Genres.
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Izzuku (Montag, 16 März 2026 16:21)
Es war okay, würde dir da weitestgehend zustimmen, habe es aber glaube ich nicht ausgespielt haha. Müsste ich mal, aber ja, die Musik fand ich auch nur so lala gebe ich zu!